RHV verliert 20:21 bei Einheit Demmin / Medaillengegner patzen ebenfalls

Dieses Spiel war nichts für Freunde des gepflegten, technisch sauberen Handballs. In einer über weite Strecken zerfahrenen Partie, die einer Abwehrschlacht glich, unterlagen die MV-Liga-Männer des Ribnitzer HV am Sonnabend beim SV Einheit Demmin mit 20:21 (8:7). Damit verpassten die Gäste als Tabellenzweiter die große Chance, den angestrebten Medaillenplatz zu festigen. Denn auch viele Konkurrenten im Kampf um die ersten drei Ränge der höchsten Spielklasse Mecklenburg-Vorpommerns mussten Punktverluste hinnehmen. So verlor der Stavenhagener SV in Schwaan (24:25) und der Stralsunder HV II kam in Güstrow nicht über ein 22:22 hinaus.

RHV-Trainer Thilo Meyer haderte mit der Leistung seines Teams: „20 erzielte Tore sind zu wenig. Bei uns kam der letzte Pass oft zu spät oder war zu ungenau. Das gilt auch für viele unserer Abschlüsse.“ Dazu hätten seine Spieler die ein oder andere Fehlentscheidung getroffen und die Siebenmeter nicht verwandelt.

Kämpferisch, so der 50-Jährige, könne er seinem Team nichts vorwerfen. „Die Jungs haben bis zum Ende alles gegeben.“ Allerdings fehlten Meyer - mal wieder - die Alternativen. Lediglich ein Wechselspieler stand dem Trainer zur Verfügung. Und Erik Peters, der Mitte der zweiten Hälfte eingewechselt wurde, ging auch noch angeschlagen in die Partie.

„Deshalb mussten die anderen Akteure beinahe durchspielen. Das geht an die Substanz. Je länger die Saison dauert, desto schwieriger wird es, die Ausfälle zu ersetzen“, meinte Meyer und kritisierte:

„Es fehlen immer die Gleichen, obwohl sie sich vor der Saison zur Mannschaft bekannt haben.“ Namen nannte der Coach nicht, forderte aber, sein Team müsse sich zusammenraufen.

In der Schulsporthalle in Dargun, in der die Demminer ihre Heimspiele austragen, begannen die Ribnitzer zwar konzentriert, doch spielerisch lief so gut wie nichts zusammen. Den ersten Treffer für den RHV erzielte Alexander Dukart erst in der neunten Spielminute zum 1:2. Nach 20 Minuten hatte Meyer genug Fehlabspiele und vergebene Torchancen gesehen. Er nahm beim Stand von 2:4 eine Auszeit.

In den letzten zehn Minuten des ersten Durchgangs steigerten sich die Ribnitzer dann endlich und drehten das Ergebnis. Mit einer 8:7-Halbzeitführung ging’s in die Kabine. Dort fand Meyer wohl die richtigen Worte, denn zu Beginn des zweiten Abschnitts agierte die RHV-Sieben deutlich konsequenter, zielstrebiger und genauer. Die Belohnung: Mehrfach führte der Tabellenzweite mit vier Toren Vorsprung - unter anderem 11:7 (34.) und auch noch 14:10 (39.).

Doch anstatt in der Folge mit Ruhe und Übersicht im Angriff sowie Laufstärke und beherzter Abwehrarbeit die gute Ausgangslage zu sichern, verspielten die Ribnitzer ihren Vorteil schnell wieder - nur noch 15:14 (45.).

Mit seinem ersten und einzigen Treffer zum 17:15 schien Ronny Bohnenstengel (47.) sein Team zurück in die Erfolgspur zu bringen. Doch die Demminer glichen zum 17:17 aus und blieben fortan dran. Sie hatten in der Schlussphase mehr Glück oder die Ribnitzer eben viel Pech. Abprallende Bälle landeten meist bei den Demminern oder wie beim vorentscheidenden 21:19 (58.) für die Hausherren - als das Spielgerät vom Pfosten gegen den Rücken des eingewechselten RHV-Torwarts Andreas Lürken sprang und danach über die Linie trudelte - im Tor.

Für den Ribnitzer HV war es die sechste Saisonniederlage und die erste nach drei Siegen in Folge. Am kommenden Sonnabend empfängt der RHV (23:13 Punkte) den SV Warnemünde (3. Platz/22:12) zum Verfolgerduell in der Sporthalle „Am Mühlenberg“.

Unterdessen treffen die Ribnitzer im Halbfinale des Landespokals am 7. Mai in der Sport- und Kongresshalle Güstrow auf den Schwaaner SV. Das ergab die Auslosung des HVMV. Das zweite Semifinale bestreiten der Stralsunder HV II und der SV Mecklenburg Schwerin II.

Statistik

Ribnitzer HV: Kleinecke (bis 54.), Lürken (ab 54.) - Krohn 2, Dukart 8, Jacobsen 4, Bohnenstengel 1, Brandt 2, Voss 3, Peters.

Siebenmeter: Einheit 2/2, RHV 2/0.

Strafminuten: Einheit 10, RHV 4.

Spielfilm: 2:0, 4:2, 5:5, 7:7, 7:8 - 7:11, 9:13, 12:14, 14:15, 17:17, 19:19, 20:19, 21:19, 21:20.

   
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