RHV kassiert gegen den SV Warnemünde eine verdiente 19:25-Niederlage und fällt auf Rang drei zurück.

Thilo Meyer tobte an der Seitenlinie auf und ab. Lautstark ermahnte der Trainer des Ribnitzer HV: „Leute, konzentriert euch. Das ist viel zu wenig, was wir da vorne spielen.“ Doch es half nichts. Die Handballer unterlagen im Topspiel der Mecklenburg-Vorpommern-Liga - Zweiter gegen Dritter - dem SV Warnemünde verdient mit 19:25 (7:11) und mussten die Gäste in der Tabelle vorbeiziehen lassen. „Beide Teams haben nicht ihr Leistungsvermögen abgerufen, deshalb war’s für die Zuschauer keine schöne Partie. Aber die Warnemünder haben clever gespielt und ihre Chancen besser genutzt. Deshalb ist der Sieg für den SVW verdient“, analysierte Meyer enttäuscht.

Dabei war alles angerichtet. 200 Fans wollten das Spitzenspiel zwischen den beiden befreundeten Vereinen sehen, die Ränge in der Sporthalle Am Mühlenberg waren gut gefüllt. Coach Meyer hatte diesmal bis auf die langzeitverletzten Steffen Wiegratz und Ben Meyer alle Mann an Bord.

Doch von Beginn an taten sich die Hausherren in der Offensive schwer, entwickelten zu wenig Durchschlagskraft und liefen in gegnerische Konter. Nach zehn Minuten lag der RHV bereits mit 3:6 zurück.

Kein Wunder, dass Warnemünde-Coach Matthias Schmidt „sehr zufrieden mit dem Auftritt der Mannschaft“ war. Das Prunkstück seines Teams, so der 40-Jährige, sei die Abwehr gewesen. „Besonders stark war unser Routinier Christian Wilczek“, lobte Schmidt. Wilczek (45), der einst auch für die Ribnitzer aktiv war, agierte im Mittelblock der Warnemünder. An ihm war kein Vorbeikommen.

Immerhin: Die Ribnitzer zeigten Moral und Teamgeist. Sie hielten kämpferisch dagegen und steigerten sich nach der Umstellung vom offensiveren 5:1-Riegel zur defensiveren 6:0-Variante in der Abwehr.

Allerdings trafen sie im Angriff weiterhin zu viele falsche Entscheidungen, agierten ungenau und nicht handlungsschnell genug. Deshalb konnten sie den Rückstand trotz mehrerer Ballgewinne und starker Paraden von Torhüter Tobias Kleinecke nicht verkürzen. Halbzeitstand: 7:11.

„Einigen Spielern fehlt aktuell die Frische. Wir haben im Moment einen kleinen Durchhänger. Aber das ist ganz normal im Verlaufe einer Saison“, meinte Meyer und nahm seine Mannschaft damit in Schutz. Er lobte sogar: „Wichtig ist, dass die Jungs mit der Situation trotz aller Enttäuschung konstruktiv umgehen und Fehler offen und sachlich besprechen.“

Zu Beginn des zweiten Abschnitts gerieten die Ribnitzer noch weiter in Rückstand - 8:15 (35.). Sie gaben sich weiterhin nicht auf, konnten aber selbst eine doppelte Überzahl nach zwei Zeitstrafen gegen die Warnemünder nicht nutzen, um ranzukommen.

Erst gut zehn Minuten vor dem Ende gelang das 17:20. Sollte doch noch was gehen? Nein! „In den entscheidenden Phasen hat Samuel Wolfgramm seine Tore geworfen. Er war in der Offensive unser bester Spieler“, hob Warnemünde- Coach Schmidt hervor. Sein 19-jähriger Spielmacher kam auf insgesamt acht Treffer - alle aus dem laufenden Spiel heraus erzielt - und war der beste Mann auf dem Feld.

Für die Ribnitzer (jetzt bei 23:15 Punkten), die ihre zweite Niederlage nacheinander hinnehmen mussten, traf Rückraumspieler Alexander Dukart (7) am besten. Weiter geht’s für die RHV-Sieben am kommenden Sonnabend beim souveränen Spitzenreiter SG Uni Greifswald/Loitz (30:4), der jüngst einen 44:29-Erfolg bei Schlusslicht SV Matzlow-Garwitz feierte.

Statistik

Ribnitzer HV: Kleinecke, Lürken - Krohn, Dukart 7/3, Jacobsen 1, Sohn 3, Brandt 2, Bux 1, Nucklies 5/1, Voss, Bohnenstengel, Nemcinov, Peters.

SV Warnemünde: Hintze, Niebuhr - Mielke, Wolfgramm 8, Polkehn 2, Rasch 3, Wende, Wilczek, Spitzner 2, Wüstemann 7/4, Holst 3.

Siebenmeter: RHV 5/4, SVW 4/4.

Strafminuten: RHV 8 inkl. Rot für Eric Brandt wegen seiner dritten Zeitstrafe (59.), SVW 14.

Zuschauer: 200.

   
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