22-jähriger Rückraumspieler wechselt überraschend zum Oberligisten Bad Doberaner SV / RHV-Vorstand Stefan Stuht: Ben ist nicht zu ersetzen

Viele Jahre hatte Ben Meyer den Lockrufen anderer Vereine widerstanden und war dem Ribnitzer HV (RHV) treu geblieben. So schien es auch in diesem Sommer zu sein. Doch mittlerweile wurde bekannt: Der 22-jährige Rückraumspieler wechselt zur neuen Saison zum Ostsee-Spree-Oberligisten Bad Doberaner SV. Eine Hiobsbotschaft für die Ribnitzer Mannschaft, die sich nach dem Landespokalsieg darauf eingeschworen hatte, in der neuen MV-Liga-Spielzeit mit der Stammsieben der vergangenen Serie sowie der einen oder anderen Verstärkung oben mitzuspielen. RHV-Vorstand Stefan Stuht sagt: „Schade, dass Ben geht. Er ist ein Verlust, der nicht so leicht zu ersetzen sein wird.“

 

DSV-Coach Lars Rabenhorst meint: „Ich hatte Ben schon länger auf dem Zettel. Er ist ein junger Spieler, sehr groß und robust. In den ersten Trainingseinheiten hat er einen guten Eindruck hinterlassen.“ Rabenhorst, ehemaliger Zweitliga-Spieler des HC Empor Rostock, plant mit dem Neuzugang im gesamten Rückraum - je nach Bedarf links, in der Mitte oder rechts. Meyer, der in Rostock wohnt und nach Bad Doberan einen kürzeren Fahrtweg hat, wird einer von bislang fünf Neuen. Neben ihm wechseln auch die beiden 19-jährigen Alexander Holst und Johannes Spitzner vom SV Warnemünde sowie Ingmar Rinas (31, TSV Bützow) und Torhüter Tobias Malitz (21, HC Empor) in die Münsterstadt.

RHV-Coach und Vater Thilo Meyer (50) war für eine Stellungnahme gegenüber der OSTSEE- ZEITUNG nicht zu erreichen. Er weilt derzeit im Urlaub. Ben meint: „Ich habe mich diesmal zum Wechsel entschieden, um in der vierten Liga auf besserem Niveau spielen und noch mehr lernen zu können.“ In der Vorwoche trainierte er schon in Bad Doberan mit. Nun ist Sommerpause, ehe am 24. Juli die Vorbereitung auf die neue Spielzeit beginnt, ab dann wird dreimal wöchentlich trainiert.

Der Abschied fällt Ben Meyer schwer. „Ribnitz ist meine Heimat. Spieler, Betreuer und Fans des RHV kenne ich jahrelang. Sie werden mir fehlen.“ Deshalb werde er versuchen, als Zuschauer zu den Spielen zu kommen. „In bester Erinnerung behalten werde ich die tolle Unterstützung von allen, die ich gerade nach meinen Verletzungen bekommen habe“, bedankt sich das Ribnitzer Eigengewächs.

Meyer hatte im Alter von sechs Jahren mit dem Handballspielen begonnen. Als C-Jugendlicher wechselte er zu Empor Rostock, wo er drei Jahre lang aktiv war. Weil ihm die Fahrerei zum Training zu viel war und beide Mannschaften in der gleichen Liga spielten, wechselte er zurück zu seinem Heimatklub. Beim RHV entwickelte sich der technisch starke Rückraumshooter, der ein gutes Auge für die Nebenleute hat, unter den Trainern Jörn Schläger und Vater Thilo zum Leistungsträger der ersten Mannschaft. Anfang Mai im Landespokalfinale in Güstrow führte er sein Team mit fünf Toren beim 33:28 gegen Favorit SV Mecklenburg Schwerin II zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte.

Fortan will Ben Meyer seinen Weg in Bad Doberan weitergehen und peilt mit dem DSV den Klassenverbleib an. „Ich freue mich auf die neue Herausforderung in einer neuen Liga und einer neuen jungen Mannschaft“, sagt der Modellathlet.

   
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