Ribnitzer empfangen im MV-Liga-Topspiel ihre Freunde vom SV Warnemünde

Vor dem Spitzenspiel in der MV-Liga sprach die OZ mit den Handball- Trainern Thilo Meyer (50) vom Tabellenzweiten Ribnitzer HV (23:13 Punkte) und Matthias Schmidt (40) vom SV Warnemünde (3. Platz, 22:12) über frühere Duelle, die Bedeutung der anstehenden Partie, die Favoritenrolle und die Beziehungen beider Seiten zueinander. Anwurf in der Sporthalle Am Mühlenberg ist morgen um 18 Uhr.

Gibt’s im Duell der Tabellennachbarn einen Favoriten?

Thilo Meyer: Nein. Es ist eine Begegnung auf Augenhöhe. Beide Seiten können ohne großen Druck aufspielen. Die Tabellenkonstellation spielt nur eine untergeordnete Rolle.

Matthias Schmidt: Die Ribnitzer sind der Favorit, sie spielen in eigener Halle. Druck gibt’s schon, denn beide Seiten streben einen Medaillenrang an. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir gewinnen. Das werde ich meinen Spieler klarmachen. Sie sind erfahren genug, um damit umgehen zu können. Wenn nicht, dann müssen sie es lernen, denn mittelfristig will ich mit den Jungs zurück in die Oberliga.

Was zeichnet Ihre Teams aus?

Meyer: Ich denke, beide Mannschaften verfolgen eine ähnliche Spielphilosophie, setzen auf konsequente Abwehrarbeit und Konter nach Ballgewinnen.

Schmidt: Erst mal ziehe ich den Hut vor den Ribnitzern. Wie sie die vergangenen Spiele trotz ihrer personellen Probleme bestritten haben, das war bemerkenswert. Beide Seiten spielen sehr schnell, kommen häufig über die erste und zweite Welle. Sowohl die Ribnitzer als auch unsere Rückraumspieler sind stark. Auf der Torhüterposition haben wir Vorteile.

Wie beschreiben Sie das Verhältnis zwischen beiden Klubs?

Meyer: Wir kennen uns gut, achten uns und pflegen einen kameradschaftlichen Umgang. Auf dem Feld nehmen die Spieler keine Rücksicht, gehen hart zur Sache. Aber nach dem Schlusspfiff geben sie sich wieder die Hand.

Schmidt: Das Verhältnis zwischen uns ist freundschaftlich. Die Spiele gegeneinander waren in der Vergangenheit immer fair. Mit den Ribnitzern würde ich auch feiern gehen. (Schmidt schmunzelt)

Welche Rolle spielt die Atmosphäre auf den Rängen?

Meyer: Die Halle dürfte voll werden. Wir erwarten auch einige Gäste-Fans. Zuhause holst du als Mannschaft vielleicht ein paar Prozent mehr aus dir raus und erzwingst das Quäntchen Glück, das du brauchst, um in unserer ausgeglichenen Liga die Spiele zu gewinnen.

Schmidt: Die Atmosphäre in Ribnitz-Damgarten ist super. Darauf freuen wir uns schon, denn es macht jeder Mannschaft mehr Spaß, wenn sie vor vielen Zuschauern spielen kann.

Worauf können sich die Fans freuen?

Meyer: Auf ein attraktives, enges Spiel, in dem beide Seiten Vollgas geben und sich nichts schenken werden.

Schmidt: Es dürfte sehr spannend werden, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Mannschaft deutlich gewinnt.

Wie sieht’s personell bei Ihnen aus?

Meyer: Wieder besser. Es fehlen lediglich die langzeitverletzten Ben Meyer und Steffen Wiegratz. Alle anderen Spieler stehen wieder zur Verfügung. Das heißt, ich kann der Stammsieben wieder mehr Verschnaufpausen geben.

Schmidt: Wir können aus dem Vollen schöpfen.

Wie lange kennen Sie beide sich persönlich und wie sehen Sie Ihren Gegenüber?

Meyer: Matthias und ich haben als Aktive schon gegeneinander gespielt, aber das ist lange Zeit her. Als Trainer haben wir eine ähnliche Spielidee, vermute ich. Und wir setzen beide auf junge Spieler.

Schmidt: Als Spieler war Thilo eine richtige Kante. Gegen ihn zu spielen war unangenehm. Als Coach hat er eine klare Linie und soll gutes Training anbieten. Das habe ich jedenfalls von meinen Spieler gehört, die einst unter ihm trainiert haben.Interview: Tommy Bastian

RHV brennt auf Revanche

Das Hinspiel (23:25) verloren die Ribnitzer aufgrund einer schwachen ersten Halbzeit. Nach 30 Minuten lagen sie bereits 10:16 zurück. In der zweiten Hälfte steigerten sich die Bernsteinstädter und erzielten fünf Minuten vor Schluss das 23:23. In der Schlussphase vergaben sie allerdings zu viele Chancen und kassierten eine unnötige Zweiminutenstrafe. Jetzt brennt der RHV auf Revanche.

   
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