Riesenjubel: Der Außenseiter siegt im Endspiel des Final Four mit 33:28

Güstrow. Die Wechselspieler und Betreuer tanzten schon anderthalb Minuten vor dem Abpfiff des Finals jubelnd am Seitenrand. Ben Meyer hatte zuvor das 31:27 erzielt. Nachdem Michael Jacobsen elf Sekunden vor Schluss zum 33:28 (17:13)- Endstand getroffen hatte, kannte die Euphorie keine Grenzen mehr. Ausgelassen feierten rund 70 mitgereiste Fans, die ganze Mannschaft und das Team hinterm Team den größten Erfolg in der recht jungen Vereinsgeschichte des 2001 gegründeten Ribnitzer HV (RHV). Die MV-Liga-Handballer besiegten am Sonntag im Landespokal-Endspiel

in der Güstrower Sport und Kongresshalle die favorisierten Mecklenburger Stiere Schwerin II und holten damit zum zweiten Mal nach 2014 den Titel. „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Es war eine geschlossene Leistung. Überragend war unser Torwart Vettel ( Spitzname von Andreas Lürken/d. Red.), der im Finale ganz stark gehalten hat. Allehaben sich in jeder Situation reingehängt. Ein toller Sieg“, meinte RHV-Kapitän Jacobsen (30) überglücklich: Die Mannschaft habe gezeigt, zu welcher Leistung sie mit voller Kapelle fähig ist. „Es bringt nichts, wenn du hinten die Bälle hältst, es gehört auch dazu, dass sie vorne reingemacht werden“, gab Lürken das Extralob gerne zurück. „Es war ein perfekter Saisonabschluss“, betonte der 25-Jährige, der bereits zumfünften Mal im Final Four der besten vier Mannschaften im Pokal-Wettbewerb stand.

2012 bis 2014 war er mit dem SV Warnemünde jeweils im Halbfinale ausgeschieden, 2015 mit dem HC Empor Rostock II. Nun gelang dem gebürtigen Jülicher endlich der große Wurf. Es war ein langer und anstrengender Tag für die Ribnitzer. Im ersten Herren-Halbfinale bezwangen sie am Vormittag den Staffelkontrahenten Schwaaner SV nach einer ordentlichen ersten Halbzeit mit 26:23 (12:8). Bereits nach 43 Minuten führte der konterstarke RHV mit 21:11 und ließ es in der Schlussviertelstunde ruhiger angehen. So konnten die Schwaaner den Rückstand verkürzen, wirklich brenzlig wurde es allerdings nicht mehr.
Im spannenden zweiten Semifinale setzten sich die Schweriner mit 28:27 (12:14) gegen den Stralsunder HV II durch. Beide Teams, die in der MV-Liga spielen, hatten sich mit Akteuren aus ihren ersten
Mannschaften aus der dritten beziehungsweise vierten Liga verstärkt. Doch es half nichts. 

Im Finale agierten die Ribnitzer von Beginn an hochkonzentriert. Nachausgeglichenen ersten 20 Minuten zogen sie kurz vor der Pause vom 13:12 (21.) auf 15:12 (24.) und sogar 17:13 (30.) davon. „Alle waren geistig und körperlich topfit. Uns ist fast alles gelungen“, lobte RHV-Trainer Thilo Meyer. „Wir hatten vor Wochen angekündigt, die Priorität aufs Final Four zu legen und haben den ein oder anderen
angeschlagenen Spieler in den Punktspielen geschont. Das war genau die richtige Entscheidung“, freute sich Meyer. Im zweiten Abschnitt bauten die Ribnitzer ihr „Polster“ sogar auf 21:15 (39.) aus, ehe die Kräfte nachließen. Die Schweriner hatten mehr Optionen und mehr Qualität auf der Ersatzbank undgönnten ihrer ersten Sieben mehr Pausen. Doch der RHV kämpfte um jeden Zentimeter und hatte in Torwart Lürken einen herausragenden Rückhalt.
Der Außenseiter verteidigten mindestens ein Tor Vorsprung (25:24, 27:26 und 28:27). Dann sorgten Alexander Dukart, Stephan Sohn und Ben Meyer mit ihren Toren für die Entscheidung. Coach Meyer widmete den Erfolg dem gesamten Verein, allen Helfern und Zuschauern. „Ohne die tolle Unterstützung von Fans, Betreuern, Sponsoren und der Stadtverwaltung wäre das nicht möglich gewesen“, sagte er und verdeutlichte die Bedeutung des Triumphs: „Das ist ein grandioser Erfolg für Mannschaft und Verein. Er zeigt, dass im ganzen Umfeld gute Arbeit geleistet wird.“

Statistik

RHV gegen Schwaan: Kleinecke, Lürken – Nuklies 1, Jacobsen 5/2, Meyer 3, Sohn 1, Brandt 4, Dukart 10; Krohn 2, Voss, Peters, Bux, Nemcinov, Bohnenstengel n. e. 

Siebenmeter: RHV 2/2, SSV 7/4.
Strafminuten: RHV 10, SSV 18 inkl. Rot für Tommy Jung (48.). 

RHV gegen Stiere II: Lürken, Kleinecke – Nucklies 4, Jacobsen 9/4, Meyer 5, Sohn 2, Brandt 5, Dukart 8; Voss, Krohn, Peters n. e., Bux n. e., Nemcinov n. e., Bohnenstengel n. e.
Siebenmeter: RHV 4/4, Stiere 5/2.
Strafminuten: RHV 12, Stiere 6.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   
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