Ersatzgeschwächte Gastgeber unterliegen gegen Einheit Demmin mit 20:26

Ribnitz-Damgarten. Viele der rund 130 Zuschauer in der Sporthalle Am Mühlenberg waren am Sonnabend hin- und hergerissen. Einerseits zollten sie den MV-Liga Handballern des Ribnitzer HV (RHV) Respekt, andererseits meckerten sie wegen der vielen einfachen Fehler, die ihr Lieblingsteam gemacht hatte. Die stark ersatzgeschwächte Mannschaft der Hausherren unterlag den Gästen vom SV Einheit Demmin mit 20:26 (9:14). Bei den Gastgebern fehlten die verletzten Michael Jacobsen (Reha nach Bandscheiben-OP) und Alexander Dukart (Fußverletzung) sowie Sebastian Ahrens (Urlaub). Kurzfristig musste auch Sebastian Nucklies absagen, der der Mannschaft sonst bei personellen Engpässen noch zur Verfügung stehen will. RHV-Trainer Thilo Meyer analysierte:

„20 Tore sind zu wenig, damit kannst du nicht gewinnen. Dabei waren genug Chancen da, aber wir haben zu schlecht geworfen.“ Die Misere begann schon bei den Ribnitzer Torhütern. Tobias Kleinecke und vor allem Andreas Lürken hielten zwar oft gut, danach warfen sie allerdings einige Bälle direkt zum Gegner. Dass ausgerechnet die wenigen verbliebenen erfahrenen Akteure patzten, ärgerte RHV-Trainer Thilo Meyer besonders.

So vergab der in der zweiten Halbzeit eingewechselte Steffen Wiegratz einen Siebenmeter und leistete sich leichte Fehlabspiele. Allerdings brachte der 29-Jährige auch neuen Schwung in das Spiel seiner Mannschaft, nachdem er Mitte des zweiten Abschnitts eingewechselt worden war. Die Ribnitzer wehrten sich gerade in der Anfangsviertelstunde energisch, spielten sehr konsequent und kompakt in der Defensive und ließen nur wenige Gegentreffer zu. Vorn traf Max Bux mit zwei Treffern in Folge zur ersten und einzigen Führung der MeyerSieben – 6:5 für den Ribnitzer HV (16. Minute). Allerdings offenbarten die Hausherren schon zu Beginn technische Mängel. Sie ließen den Ball mehrfach fallen und spielten zu ungenau. Aus dem Rückraum entwickelte der RHV kaum Torgefahr, suchte deshalb oft den Weg über den Kreis, wo Eric Brandt alles versuchte, um sich freizulaufen und in gute Wurfpositionen zu kommen.

Doch im Verlaufe des Spiels stellten sich die Demminer darauf ein, und die Ribnitzer konnten das Fehlen ihrer Toptorschützen Alexander Dukart und Michael Jacobsen nicht kompensieren. Sie gerieten noch bis zur Pause mit 9:14 in Rückstand und rannten fortan nur noch hinterher. Zwar verkürzte Uwe Krohn noch einmal auf 15:18 (44.). Doch das war nur ein kleiner Hoffnungsschimmer, denn Einheit zog wieder auf 24:17 (55.) davon. Das war die Vorentscheidung. RHV-Rechtsaußen Christoph Rasch meinte: „Wir wussten, dass es in unserer Besetzung schwierig wird. Trotzdem war mehr drin. Aber wir haben den Ball zu wenig laufen lassen.“ Die Folge wären zu viele einfache Gegentore gewesen, analysierte der 30-Jährige nach seinem ersten Punktspiel in dieser Saison. Rasch: „Ich merke noch, dass ich dreieinhalb Monate raus war. Die Spielpraxis fehlt. Aber es ist schön, wieder bei der Mannschaft zu sein.“ Der Sommer-Neuzugang vom SV Warnemünde war im Oktober von einem Arbeitseinsatz im Ausland zurückgekehrt.

Am kommenden Sonnabend geht es für Rasch und seine Teamkollegen beim Tabellenelften Stavenhagener SV weiter. Dann wollen die Ribnitzer (jetzt 8. Platz/ 5:5 Punkte) nach jüngst zwei Niederlagen in die Erfolgsspur zurückfinden. Coach Thilo Meyer hofft, dass Alexander Dukart in der Reuterstadt wieder dabei sein wird. Der23-Jährige könntedas Angriffsspiel des RHV beleben.

   
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