Handballer starten mit 19:18-Erfolg beim SV Warnemünde ins neue Jahr

Rostock. Beinahe hätten seine Mitspieler, Rostock. Beinahe hätten seine Mitspieler, Trainer Thilo Meyer, Betreuer Volker Bastian und einige Fans ihn erdrückt. Doch auch die Jubelszene mit der Schlusssirene hat Steffen Wiegratz überstanden. Und das überglücklich. „Das war definitiv ein Gänsehautmoment für mich“, meinte der 29-jährige Linksaußender MV-Liga-Handballerdes Ribnitzer HV (RHV). Er war am Sonnabend der Held des Tages beim 19:18 (11:10)-Auswärtssieggegen den SV Warnemünde. In der letzten Aktion

traf „Scholle“, wie Wiegratz von seinen Teamkameraden gerufen wird, zum Endstand.Zuvor waren die Warnemünder wiederholt aus besten Wurfpositionenheraus gescheitert. „Wir hätten verloren, aber Tobias Kleinecke hat das ganze Spiel über stark gehalten“, lobte Wiegratz den Torwart. Auch kurz vor Schluss war Kleinecke zur Stelle, parierte und leitete mit einem langen Pass auf Wiegratz den Gegenstoß ein. „Beim Loslaufen habe ich gesehen, dass die Uhr anzeigte, nur noch fünf Sekunden sind zu spielen. Also habe ich einfach gemacht,wofür der Außen da ist: Zum Gegenstoß laufen, den Ball nach dem Zuspiel fangen und ins Tor werfen. Als ich mich umgedreht habe, stand da 18:19 auf der Anzeigetafel, die Spielzeit war abgelaufen und die Menge lief auf mich zu“, beschrieb Steffen Wiegratzdie entscheidende Szene.Sein Team hätte mit Glück zwei Punkte geholt, meinte er.

RHV-Trainer Thilo Meyer (50) jubelte nach dem ersten Sieg gegen den SV Warnemünde seitdem Jahr 2012 (damals ein Heimspielin der Freundschaftshalle): „Toll, dass wir mit einem Sieg insneue Jahr starten konnten. In Warnemünde zu gewinnen, ist was Besonderes, denn viele unserer Spielerliefen einst für den Gegner auf. “Neben Steffen Wiegratz spielten auch die Ribnitzer Christoph Rasch und Michael Jacobsen, der erstmals nach seiner Bandscheiben-Operation im laufenden Spiel und nicht nur bei Siebenmetern zum Einsatz kam, schon für den SVW. „Ich war diesmal etwas aufgeregter, denn viele Freunde und Bekannte waren in der Halle. Außerdemkam es zum Duell mit meinem Vater Klaus, der beim SV Warnemünde zum Trainerstab gehört“, meinte Steffen Wiegratz.

Nach ausgeglichener Anfangsphase übernahmen die Ribnitzer mit dem 7:6 durch Jacobsen (16.) die Führung und bestimmten bis zum 18:14 (46.) das Geschehen. Mit der Hinausstellung von Abwehrchef Eric Brandt wegen seiner dritten Zeitstrafe kam es allerdings zum Bruch im Spiel der Gäste. Fortan gelang ihnen im Angriff fastgar nichts mehr. Auf der Gegenseite kamen die Warnemünder zu vielen Chancen, doch RHV Schlussmann Tobias Kleinecke wuchs über sich hinaus, parierte einen Wurf nach dem anderen. Und wurde neben Wiegratz zum zweiten Spieler des Tages. „Die Stimmung unter unseren etwa 40 mitgereisten Fans war megageil und der Sieg hat irgendwie auch den Spirit und den Zusammenhalt aller sehr klar zum Ausdruckgebracht“, meinte Steffen Wiegratz. Coach Thilo Meyer ergänzte:„Das hat echt Spaß gemacht. Vielen Dank an die Zuschauer! “Unterdessen wurde die Qualifikationsrunde im DHB-Amateurpokalausgelost. Die Ribnitzer, amtierender Landespokalsieger von MV, empfangen voraussichtlich am 27. Januar den Berliner Vertreter SG Rotation Prenzlauer Berg.Weiter geht es für den RHV (jetzt 5. Platz, 12:10 Punkte) allerdings am kommenden Sonnabend (17 Uhr) erst einmal in der MVLiga beim Tabellennachbarn GüstrowerHV (4., 13:7).

Ribnitzer HV: Kleinecke, Lürken –Jacobsen 4/1, Dukart 7/1, Wiegratz 4,Evert 1, Ahrens 1, Voss, Brandt,Rasch 1, Bohnenstengel 1, Nemcinov.

Siebenmeter: SVW 6/4, RHV 4/2.

Strafminuten: SVW 6, RHV 14 (inkl.Roter Karte für Brandt).

   
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