Bernsteinstädter unterliegen am ersten Spieltag der MV-Liga nach schwacher Leistung in der zweiten Halbzeit mit 21:29 beim Güstrower  HV



Güstrow. Routinier Sebastian Prothmann (33) saß nach dem Abpfiff noch lange enttäuscht auf der Bank. Der Neuzugang vom Bad  Doberaner SV musste das Geschehene erst einmal sacken lassen. Den Saisonstart in der Mecklenburg-Vorpommern-Liga hatten sich die Handballer des Ribnitzer  HV ganz anders vorgestellt. Sie mussten sich am Sonnabend nach einer ganz schwachen Leistung in der zweiten Halbzeit mit 21:29 (9:11) geschlagen geben. Dabei offenbarten die Gäste altbekannte Schwächen: Sie verloren die Ordnung und verrannten sich in Einzelaktionen.


 
„Wir haben zu viel gewollt, sind oft allein gegangen und in der Deckung hängengeblieben. Dadurch bekamen wir viele Konter und irgendwann gingen die Köpfe runter. Dass wir so deutlich verlieren, darf uns nicht passieren“, meinte Torhüter Prothmann.
 
Der neue RHV-Trainer Stephan Voss sagte: „Grundsätzlich können wir mit dem Spiel nicht zufrieden sein. Das haben wir in der Vorbereitung schon viel besser gemacht, besonders im Angriff. In der zweiten Halbzeit haben sich die technischen Fehler dort gehäuft. Dadurch hatten wir zu viele leichte Ballverluste und haben zu einfache Gegentore bekommen.“ Im gesamten Spiel habe sein Team keine Lösung im Angriff gefunden und deshalb verdient verloren, gestand der 31-Jährige.
 
Die Ribnitzer gingen nach 34  Sekunden durch Neuzugang Tom Kröplin in Führung, der das erste Saisontor für den RHV erzielte. Es war allerdings das einzige Mal überhaupt in der Partie, dass die Gäste vorn lagen. In der Folge vergaben sie beste Tormöglichkeiten (u.  a. mehrere Pfostentreffer und einen Siebenmeter durch Kapitän Michael Jacobsen. So gerieten sie schnell mit 1:5 in Rückstand (6.).
 
„Nach anfänglichen Schwierigkeiten und Pech bei Abprallern mussten wir früh die Auszeit nehmen, haben uns dann aber deutlich gesteigert. Die Abwehr im Zusammenspiel mit Torwart Tom Moritz hat dann bis zur Halbzeit hervorragend funktioniert“, analysierte Stephan Voss und ergänzte: „Leider haben wir in der Phase freie Chancen ausgelassen und konnten nicht selbst in Führung gehen.“ Stattdessen lagen die Ribnitzer zur Pause knapp zurück – 9:11.
 
Kurz nach dem Seitenwechsel schafften sie durch Kreisläufer Eric Brandt den Ausgleich zum 11:11 (35.). Doch wie schon im ersten Durchgang nach dem Treffer zum 8:8 durch Tom Kröplin vergab die RHV-Sieben auch diesmal die Chance, ein zweites Mal in Führung zu gehen. Auf der Gegenseite spielten die dynamischen Güstrower schnörkellos, ließen den Ball laufen und suchten zielstrebig den Weg zum Tor. Die Ribnitzer offenbarten fortan auch Lücken in der Abwehr, allen voran im neu formierten Mittelblock mit Eric Brandt und dem eingewechselten Paul Rose. So gerieten die Gäste vorentscheidend in Rückstand: 12:17 (43.).
 
Stephan Voss nahm eine Auszeit, wechselte viel, immer wieder auch den Torwart. Alle drei Schlussmänner kamen zum Einsatz. Doch es half nichts, vor allem, weil vorn zu wenig gelang. Dort mangelte es an Ideen und – mal wieder – auch an Disziplin und Ordnung. Kein Wunder also, dass die Bernsteinstädter beim 16:26 (53.) sogar mit zehn Treffern zurücklagen. Ein Debakel deutete sich an. Immerhin: Das konnte der Ribnitzer HV in der Schlussphase doch noch verhindern und etwas Ergebniskosmetik betreiben.
 
„Durch den kurzfristigen Ausfall von Nick Meyer (wurde nach seiner Weisheitszahn-OP noch geschont/d. Red.) mussten wir umplanen. Dennoch war deutlich mehr drin. Wir sind letztlich an uns selbst gescheitert“, konstatierte Stephan Voss. Trotz des derben Rückschlags bleibt der Trainer zuversichtlich. „Die Jungs haben bereits gezeigt, dass sie es besser können. Ich bin mir sicher, dass wir es in den nächsten Spielen auch wieder auf die Platte bringen werden“, meint Voss.
 
Weiter geht es für den Ribnitzer  HV am kommenden Sonnabend (18  Uhr, Sporthalle Am Mühlenberg) im ersten Heimspiel gegen den Stavenhagener  SV.
 
Ribnitzer  HV: Prothmann, Moritz, Kleinecke – Vizhbovskyy  2, Jacobsen  4, B.  Meyer, Wiegratz  9/5, Brandt  1, Kröplin  4; Dukart  1, Rose , Methling.
 
Siebenmeter: GHV 3/2 , RHV  7/5.
 
Strafminuten: GHV  8, RHV  8.

   
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