Beim 22:25 gegen Fortuna Neubrandenburg legen die Gastgeber lange Zeit vor, stehen am Endejedoch mit leeren Händen da und überwintern als Tabellendritter / 303 Besucher sorgen für Rekord

Ribnitz-Damgarten. Alles war angerichtet. Doch das große Happy Ende ist am Samstagabend ausgeblieben. Die Handballer des Ribnitzer HV unterlagen im Spitzenspiel der Mecklenburg-Vorpommern-Liga gegen den Oberliga-Absteiger SV Fortuna Neubrandenburgmit 22:25 (13:12). Die Hausherren verspielten

in der spannenden Schlussphase vor mehr als 300 Besuchern in der Sporthalle Am Mühlenberg noch ihre 21:19-Führung aus der 53. Spielminute und standen am Ende mit leeren Händen da.

Coach Stephan Voss hadert aufgrund individueller Fehler

Der Ribnitzer Trainer Stephan Voss haderte daher: „Ich ärgere mich, weil ich finde, dass wir fünfzig Minuten lang auf Augenhöhe waren, vielleicht auch einen Tick besser. Wir haben gut verteidigt, hatten allerdings vorn individuelle Fehler drin und konnten uns deshalb nicht auf drei, vier Tore absetzen. Das müssen wir uns vorwerfen lassen.

“In Sachen Einstellung und Kampf könne er seinen Jungs nichts vorwerfen, meinte der 31-Jährige. „Am Ende waren es die individuellen Fehler, die wir gemacht haben und Neubrandenburg eben nicht. Als Spitzenmannschaft entscheidest du in den letzten Minuten das Ding, aber da patzen wir noch zu viel“, analysierte Voss. Sein Team leistete sich wie schon in den Vorwochen gegen die TSG Wismar (25:25) und den Güstrower HV (21:21) zu viele technische Fehler, und vergab zu viele klare Chancen, um am Ende als Sieger vom Platz zu gehen. In der Tabelle rutschte der Ribnitzer HV mit nun 18:6 Punkten ab auf den dritten Rang. Neuer Spitzenreiter ist Fortuna Neubrandenburg (20:4) vor dem Bad Doberaner SV (19:5).

RHV-Vorstand Stefan Stuht meint. „Wir sind noch kein Spitzenteam, das haben wir in den vergangenen Partien gezeigt. Dennoch haben wir eine hervorragende Hinrunde gespielt. Das nehmen wir mit in die zweite Saison hälfte.“ Möglicherweise sei es gut, sagte der 48-Jährige, dass der Ribnitzer HV nicht als Tabellenführer ins neue Jahr geht. „So haben wir dann weniger Druck, werden nicht gleich die Gejagten sein“, begründet Stuht.

Beide Mannschaften starten nervös ins Spitzenspiel

Zu Beginn des Spiels war beiden Seiten die Nervosität anzumerken. Es dauerte bis zur sechsten Minute, ehe der starke Seweryn Gryszka, mit der Trikotnummer 19, die Gäste in Führung brachte. Zwei Zeigerumdrehungen später waren auch die Ribnitzer erstmals erfolgreich. Nick Meyer verkürzte auf 1:2. Kurz darauf markierte Alexander Dukart den Ausgleich. „Der schleppende Anfang hat gezeigt, dass der Kopf nicht frei war. Als beide Mannschaften ins Laufen kamen, entwickelte sich dann eine knappe Dreiviertelstunde lang ein Spitzenspiel auf gutem Niveau. Leider haben wir nach der Manndeckung gegen Ben Meyer im Angriff nur noch wenige Lösungen gefunden analysierte Stefan Stuht.

Ab dem 4:3 durch Nick Meyer(12.) bis zum 21:21 ((56.) legten die Ribnitzer bis auf eine Ausnahme immer vor, führten mehrfach auch mit zwei Treffern Vorsprung. Doch sie verpassten es, sich deutlicher vom Gegner abzusetzen. Beim Stand von 19:19 und einem vergebenen Siebenmeter der Neubrandenburger hatten die Hausherren noch Glück, nicht schon in Rückstand zu geraten. Der eingewechselte Yan Vizhbovskyy traf danach zweimal – zur letzten Führung.

Einbruch in der Schlussphase kostet den möglichen Sieg

Doch danach brach der RHV quasi ein. Gestandene Spieler wie Kapitän Michael Jacobsen und Talente wie Nick Meyer patzten. Sie schmissen den Ball einfach weg oder begingen unnötige Fouls, die zu Zweiminutenstrafen führten. Die Aussetzer nutzten die clever spielenden und immer ihrer Linie treu bleibenden Neubrandenburger und warfen sich noch zum Sieg. „Es war sicher nicht alles perfekt. Das darf auch niemand erwarten, denn wir haben viele neue Spieler. Das braucht noch Zeit. Außerdem ist es keine Schande, gegen die Neubrandenburger zu verlieren“, konstatierte RHV-Coach Stephan Voss. Er und seine Mannschaft können zufrieden sein. „Klar, wir haben ein, zwei Punkte verschenkt und sind noch ein, zwei Schritte hinter dem Plan, was das Spielerische angeht. Aber nur fünf Minuspunkte nach der Hinrunde ist das beste Ergebnis, das der Ribnitzer HV jemals hat – soviel ich weiß“, betonte der Übungsleiter. Voss betreut die erste Ribnitzer Herren-Mannschaft seit Saisonbeginn und will mit der Truppe oben mitspielen.

Empor-Spieler geben Tipps undverteilen Autogrammkarten

Nach dem Schlusspfiff bedankten sich die Ribnitzer Spieler mit einem großen Banner bei ihren vielen Fans, die am Sonnabend für einen neuen Besucherrekord sorgten, und wünschten „Frohe Weihnachten“. Die Ribnitzer Verantwortlichen hatten sich für den Handball-Kracher gegen die Vier-Tore-Städter jede Menge einfallen lassen. Am Nachmittag tobten rund zwei Dutzend Kinder durch die Sporthalle Am Mühlenberg und probierten sich beim Schnuppertraining aus. Geleitet wurde es von RHV-Jugendleiter Attila Aszaló und Jugendkoordinator Tristan Staat vom HC Empor Rostock. Die Rostocker Drittliga-Spieler Leon Witte und Jaris Toebeler gaben Tipps und verteilten Autogrammkarten. Anschließend spielten die B-Jugenden des RHV und des HCE gegeneinander. Sie alle waren später als Gäste beim MVLiga-Spiel dabei. Dort gab es ein großes Rahmenprogramm mit Weihnachtssingen, Cheerleadern, Einlaufkindern und vielem mehr. „Es waren ein super Nachmittag und ganz tolle Stimmung am Abend. Die Zuschauer dürfen gern wiederkommen“, meinte Stefan Stuht und verdeutlichte: „Das hat richtig viel Spaß gemacht.“

Ribnitzer HV: Prothmann, Moritz, Kleinecke– Jacobsen 4/2, B. Meyer 5,N. Meyer 5, Dukart 4, Brandt, Kröplin,Rose, Vizhbovskyy 3, Wiegratz 1/1.

Siebenmeter: RHV 4/3, Fortuna 8/6.

Strafminuten: RHV 8, Fortuna 2.

   
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