Der Handball-MV-Ligist hat den bisherigen Coach Jörn Schläger von seinen Aufgaben entbunden / Nachfolger wird Thilo Meyer

Ribnitz-Damgarten. Jörn Schläger ist nicht mehr Trainer des Ribnitzer Handball Vereins (RHV). Wenige Stunden nach der 19:22-Niederlage am vergangenen Sonnabend beim TSV Bützow haben die Verantwortlichen um Klubmanager Stefan Stuht die Reißleine gezogen und den 43-Jährigen von seinen Aufgaben entbunden. „Wir haben Jörn viel zu verdanken, er hat mehr Professionalität in den Verein gebracht. Aber zuletzt passte es einfach nicht mehr“, meint  Stuht (44). Ähnlich sieht es Schläger selbst. „Unser Ziel wares, oben mitzuspielen und die Mannschaft weiterzuentwickeln. Das ist nicht gelungen, deshalb muss ich mich hinterfragen“, sagt der Ex-Nationalspieler.

 

Schläger wurde am Sonntagnachmittag über die Entscheidung des Vereins informiert und zeigte dafür Verständnis. „Es ist keine schöne Situation, aber das gehört im Sport dazu. Ich habe die Entscheidung mitgetragen“, meint der Stralsunder.Wie es für ihn im Handball weitergehe, wisse er bisher nicht. Aufgrund eines neuen Jobs als Außendienstmitarbeiter einer Telekommunikationsfirma ist der frühere Linksaußen in Zukunft beruflich ohnehin mehr  eingebunden.

Nachfolger Schlägers wird sein bisheriger Co-Trainer, Klub-Urgestein Thilo Meyer (48). Schläger hatte die erste Ribnitzer Mannschaft im Sommer 2013 übernommen und gleich in seiner ersten Saison zum Landespokalsieg 2014 geführt – der bisher größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. In der Meisterschaft verpassten die Bernsteinstädter damals als Vierter den angestrebten Medaillenrang knapp. Wenige Wochens päter verließen mehrere Leistungsträger den Verein. Die meisten Spieler schlossen sich Oberliga-Aufsteiger SV Warnemünde an. Ribnitz startete daraufhin mit einer stark verjüngten Sieben in die neue Saison. Schläger formte aus den Talenten eine schlagkräftige Truppe, die das Heimpublikum mit erfrischendem Tempohandball begeisterte und am Ende einen überraschend starken sechsten Rang belegte.

In diesem Sommer verstärkten die Ribnitzer Verantwortlichen ihren Kader wieder, holten trotz kritischer Stimmen auch Aktive aus Warnemünde zurück. Die Erwartungen stiegen, konnten bisher aber nicht erfüllt werden. Nach zehn Spielen, in denen lediglich drei Siege gelangen, sind die Ribnitzer Tabellenvorletzter. „Für diese Entwicklung fühle ich mich mitverantwortlich. Dennoch war es richtig und alternativlos, die Mannschaft zu verstärken und auch den einen oder anderen Spieler zurückzuholen“, betont Schläger. „Ich wünsche den Jungs, dass sie die Kurve bekommen. Die Mannschaft hat auf jeden Fall das Potential dazu.“ Schläger konnte sich bisher nicht von seinen ehemaligen Schützlingen verabschieden, will das aber noch nachholen. Thilo Meyer gab beim Training am Dienstag seine Comeback als Verantwortlicher. Schon nach dem Ausscheiden von Martin Hurek im Januar 2013 hatte er gemeinsam mit Jörg Hubinger (50, aktuell Nachwuchskoordinator im Klub) das MV-Liga-Team betreut. „Theo (der Spitzname Hubingers/d. Red.) werde ich auch jetztumRat fragen, wenn ich Hilfe benötige“, sagt Meyer. Der Ribnitz-Damgartener kennt viele Spieler seit Jahren, betreute einige schon in der Jugend. Er solle zumindest bis Saisonende die Mannschaft coachen, erklärt Vereinsvorstand Stefan Stuht. „Danach entscheiden wir in Ruhe, wie es weitergeht.“ Die erste wichtige Prüfung wartet bereits morgen Nachmittag (18 Uhr, Sporthalle „Am Mühlenberg“) auf Meyer. Dann empfängt sein Team im Kellerduell Schlusslicht Bad Doberaner SV II. „Das wird vom Kopf her ein schwieriges Spiel, denn wir stehen in der Pflicht. Dennoch müssen wir eine gewisse Lockerheit bewahren“, glaubt der Trainer. Er ist zuversichtlich. „Die Jungs sind fit und die Stimmung ist trotz der Niederlagen zuletzt gut“, meint Meyer. Er wolle zunächst das  Offensivspiel seiner Sieben verbessern und den einzelnen Spielern mehr Sicherheit geben, in dem er sie weniger auf verschiedenen Positionen hin- und herschiebe, als es sein Vorgänger zuletzt getan habe. Das neue Ziel der Ribnitzer lautet: „Wir wollen erst mal wieder in ruhigeres Fahrwasser kommen“, sagt Stuht.

   
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